WAHRE HELDEN GESCHICHTEN

Wir hopfen

Veröffentlicht am: 15.09.2016

Einer der wichtigsten Bestandteile unseres feinherben Pilsners ist in diesen Tagen wieder besonders gefragt. Und bereit zur Ernte: Der Hopfen. Ob auf den großen Anbauflächen in Mitteldeutschland oder im Süden der Republik – je nach Sorte wird ab Mitte September die Ernte eingebracht. Im kleinen Stil auch direkt bei uns im hauseigenen Hopfengarten der Brauerei. Hier wächst alles „bio“ – und läuft im Maßstab „en miniature“ ab. Natürlich wird der hier kultivierte Hopfen nicht zum Brauen unseres Ur-Krostitzers verwendet; die Menge wäre schlicht zu wenig. Aber auch in unserem Schaugarten durchläuft der Kulturhopfen, Sorte Magnum, alle Stadien wie auch in den großen Anbaugebieten – nur mit dem Unterschied, das hier per Hand geerntet wird statt mit der Maschine. Und dass die Menge gerade einmal zum Brauen einiger Kästen Ur-Krostitzer Bier reichen würde…

Hopfenernte

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Der Hopfengarten der Ur-Krostitzer Brauerei – und sein stiller Wächter, König Hopfi der 1.

Grüne Daumen

„Der kultivierte Hopfen ist eine Pflanze, die immer umsorgt werden will“, weiß Gertrude Stier, die sich für die Ur-Krostitzer Brauerei um den Hopfengarten kümmert – zusammen mit König Hopfi dem 1., dem brauereieigenem Mähroboter. „Zum richtigen Wachstum ist viel Arbeit über mehrere Monate nötig.“ Im Hopfengarten der Brauerei stehen 530 Pflanzen, die auf eine Höhe von 3,80 Meter wachsen. Und die jetzt 14 Jahre alt sind. Bei einer Lebensdauer von etwa 50 Jahren also in ihrer besten Zeit. „Den hauseigenen Hopfengarten gibt es seit 2002. Ich kenne die Setzlinge sozusagen von ihrer Pflanzung an.“

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Hopfenernte

Per Hand zur Ernte: Gertrude Stier schneidet die Ranken an einer Höhe von 3,80 Meter ab wenn die Pflückreife der Dolden erreicht ist.

Alles dreht sich

Jedes Jahr im Frühjahr startet das Wachstum: Aus einem Wurzelstock kommen etwa 30 bis 40 Triebe. Die 3 stärksten werden dann um einen Draht gewickelt und können so in die Länge wachsen. „Der Hopfen ist eine schnellwachsende Kletterpflanze, die sich immer im Uhrzeigersinn nach oben rankt“, berichtet Gertrude Stier. Das ist genetisch bedingt, die genauen Ursachen dafür sind aber tatsächlich noch ungeklärt. Möglicherweise bereitet sich der Hopfen so schon auf die Drehrichtung im Gärkessel vor. Nach dem Längenwachstum folgt dann die Blüte. Erst dann kommt die Bildung der Dolde, die in mehreren Phasen verläuft und mit der Pflückreife abgeschlossen ist. So wie jetzt im Frühherbst.

Hopfenernte

Hopfenernte

Der Hopfen wächst im Uhrzeigersinn. Jeweils 3 Ranken steigen an einem Draht in die Höhe – und bilden vor allem im oberen Teil die Dolden aus.

Gelernt ist gelernt

Sicher, in der Produktion des feinherben Ur-Krostitzers kommt die geballte Kraft des Hopfenextrakts zum Einsatz. Das sorgt für die gleichbleibend hohe Qualität und den typischen Geschmack. Aber das Ausgangsmaterial aus dem Hopfengarten ist wie beim Extrakt natürlich die Dolde mit ihren Inhaltsstoffen. Und mit der kennt sich Brauer Lars Renneberg bestens aus. „Die verwertbaren Bestandteile des Hopfens sind das Hopfenöl sowie das Harz“, berichtet der Diplom-Brauer begeistert. „Daneben sind aber natürlich auch Rohfasern, Eiweiße und mineralische Bestandteile enthalten.“ Eine besondere Mischung also. „Beim Würzkochen, also unserer Bierherstellung, gehen die Ausgangsstoffe dann die gewünschten Verbindungen ein – und sorgen so auch für den feinherben Geschmack.“ Den gilt es im Brauprozess dann außerdem mit den natürlichen Schwankungen des Naturproduktes Hopfen konstant zu halten. „Hier arbeiten wir auch eng mit dem Labor zusammen, denn die genaue Analyse der Ausgangsstoffe sorgt am Ende auch für das richtige Ergebnis – und das typische Produkt.“

Hopfenernte

Hopfenernte

Einfach Magnum: Das Wertvolle des Hopfens steckt im Inneren. Die Harze und Öle enthalten auch die typischen Hopfensäuren.

Hopfenernte

Hopfenernte

Beim Zerreiben in der Hand entfaltet sich das typische Aroma. Die Sorte Magnum ist harzig, kräuterig und fruchtig – mit Nuancen von Pinie.

Früh übt sich

Der Hopfengarten ist eine Huldigung des natürlichen Ausgangsmaterials unseres Ur-Krostitzers, ein Show-Room der besonderen Art. Eine Pilgerstätte für alles Fans des Feinherben. Und auch ein Ort der Lehre: Das weiß auch Romy Guth, Auszubildende im 1. Lehrjahr und bereits jetzt schon mit dem Hopfen verheiratet. „Ich rotiere gerade im 3-Wochen-Rhythmus: Jetzt im Sudhaus, dann in die Schule, danach in den Gärkeller.“ So werden alles Stationen des Brauens abgelaufen und nach und nach wiederholt – und so der routinierte Umgang mit den Aufgaben gelernt. „Denn auf selbständiges Arbeiten kommt es an. Und wo geht das besser, als so nah am Produkt und seinen Rohstoffen?!“ Wissen zum Anfassen und Erleben sozusagen.

Hopfenernte

Hopfenernte

Auszubildende Romy Guth in ihrem Metier. Neben Sudhaus, Gärkeller und Theorie bietet der Hopfengarten Wissen zum Anfassen.

Ursprung: unbekannt, Note: feinherb

Aber woher kommt der Hopfen eigentlich? Oft hört man von der Region des alten Ägypten um 2000 vor Christus. Belegt ist das allerdings nicht. Sicher ist aber, dass der Hopfen ein kühl gemäßigtes Klima bevorzugt. Und in der Hallertau zur Zeit der Völkerwanderung – also ab dem 4. Jh – erstmalig in Europa kultiviert wurde. Hopfenanbau seit der Spätantike also. Das hat sich offensichtlich bewährt – bis heute. Darauf lässt sich doch anstoßen!

Hopfenernte

 

Eine Frage der Etikette

Veröffentlicht am: 19.04.2016

Helden der Abfüll-Arena

Der Hauptbereich der Abfüllanlage – Waschmaschine, Inspektor, Füller, Etikettiermaschine – ist im Arena-Aufbau gehalten. „Das gewährleistet guten Überblick und eine schnelle Bedienbarkeit von der Mitte aus“, weiß Bernd Siegler.

Nach dem Auspacken der leeren Flaschen aus den Kästen und der anschließenden Reinigung mit dem Ablösen der alten Etiketten werden die Flaschen am Inspektor gecheckt. Der prüft mit Kameras jede Flasche auf Fehler, bevor es zur Befüllung geht.

Abfüllung

Abfüllung Etikett

Alles im Takt

Nach der Kontrolle im Inspektor werden die Flaschen mit 130 Füllorganen befüllt. Mit Hilfe von CO2, das beim Einfüllen entweicht und ein Überschäumen verhindert, dauert die Befüllung einer Flasche gerade einmal neun Sekunden.

Dann kommt Uwe Werner ins Spiel: neben der Kontrolle der Flaschenautobahn lädt er das Magazin der Etikettiermaschine. „Hier arbeiten wir mit synthetischem Leim – und einem Laser, der die Datierung auf dem Etikett vornimmt.“ An einem Tag laufen so ca. 600.000 gefüllte Flaschen mit feinherbem Inhalt vom Band.

Der Jungbrauer aus Krostitz

Veröffentlicht am: 19.04.2016

Ein jeder braue vor seiner Tür

Er reiht sich ein in die lange Tradition Krostitzer Brauer: Der Auszubildende und Jungbrauer Steven Rostock, drittes Lehrjahr. Arbeitsweg: 50 Meter. Ein echter Krostitzer – aufgewachsen mit der „Nähe zum Bier“. Die Idee zum Beruf? Über ein Schulpraktikum. Die Arbeit als Vertreter einer traditionsreichen Zunft mit Verantwortung? Mit Überzeugung.

Brauer Rostock

Routine? Anspruch!

Aber welche Aufgaben verfolgt ein Brauer in einer modernen Brauerei, die mit einer Produktionsmenge von etwa 5000 Hektolitern am Tag arbeitet? „Natürlich rühre ich nicht mit dem Holzlöffel in der Maische“, erklärt Rostock. „Der Anspruch ist hoch – wir wollen aus einer Reihe von Naturprodukten, die gewissen Schwankungen unterliegen, immer den gleichen, feinherben Geschmack und die gleiche hohe Qualität holen. Daher läuft vieles automatisiert – muss aber natürlich ständig überwacht werden.“ Dazu steht im Sudhaus ein modernes Terminal, auf dem eine Reihe von Prozessen, Werten und Ständen in Echtzeit abgebildet werden. Die Brücke von Raumschiff Enterprise. „Der Brauprozess muss ständig überwacht werden“, so Rostock. „Und dazu gehört auch das nachjustieren und regeln der einzelnen Parameter.“ Aber auch handfeste Arbeit ist gefragt. „Die Kontrolle der Durchflüsse oder das Spülen der Würze läuft nicht nur über den Computer – hier wird tatsächlich an den jeweiligen Stationen gearbeitet.“

Brauer RostockBrauer Rostock

Tradition verbindet

Und wie sieht ein typischer Arbeitstag aus? „In der Frühschicht ist um 6 Uhr Arbeitsbeginn, mit Frühstücks- und Mittagspause geht es dann bis 14.50 Uhr“, so der Schwarzbier-Fan. Und dann kommt die Freizeit. Die ist bei Steven Rostock geprägt von Sport wie Fußball – und dem gelegentlichen Treffen mit anderen Brauern. „Über Ausbildung und Job knüpft man natürlich Kontakte. Und da ist der Austausch dann natürlich interessant.“ So knüpft Steven Rostock an fast fünf Jahrhunderte Brautradition an – und leistet seinen Beitrag zur Fortschreibung.

Systemchef

Veröffentlicht am: 19.04.2016

Krostitzer Kastensystem

Es ist ein kontinuierlicher Strom: Während auf der einen Seite der Abfüllanlage das Leergut angeliefert wird, fahren am anderen Ende die gefüllten Kästen in die Vollguthalle. Kasten für Kasten, Stück für Stück – etwa 30.000 am Tag. Rene Schneider hat hier alles im Blick. Der gelernte Brauer, eigentlich aus Potsdam, hat sich schon immer für das handwerkliche interessiert. „In der Abfüllung gibt es ein breites Feld an Aufgaben, da wird es nie langweilig“, weiß der begeisterte Reise-Fan. Seine Hauptaufgaben: Kontrollieren, Überwachen, Bedienen. „Denn die Technik ist immer nur so effizient wie wir Menschen dahinter.“

Abfüllung Schneider

Abfüllung

Hochzeit in der Brauerei

Schließen zwei Einheiten einen Bund, bezeichnet man das gern als Hochzeit. Manche bevorzugen die menschliche, andere die technische – wir die genussvolle: Denn wenn unsere pneumatische Hebemaschine, der Einpacker, mit einmal 20 gefüllte Flaschen Ur-Krostitzer in den Kasten hebt, ist das für uns auch eine Art heiliger Akt. Und gleichzeitig der Beginn einer Reise, die erst bei den wahren Genießern endet. Damit das reibungslos und zügig klappt, bestückt die Maschine sieben frisch gereinigte Kästen mit 140 feinherb gefüllten Flaschen auf einmal.

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