GSVE Delitzsch e.V.

NAME: GSVE Delitzsch e.V.
SPORTART: Volleyball
GEGRÜNDET: 1995
WEBSITE: www.gsve.de
STORY: Die erfolgreichen Volleyballer aus Delitzsch kommen rum und wissen Bescheid – in der Bundesliga wie in der Jugendarbeit.

Die Brüderhölle bebt

Veröffentlicht am: 28.02.2017

Ein Fest für Spieler und Fans: Das Frühjahrs-Derby des GSVE Delitzsch gegen die L.E. Volleys in der Leipziger Brüderhalle zeigte einmal mehr das Temperament der Delitzscher Fan-Szene. Vor dem Hintergrund des 3:2 Sieges der Gäste wurde in voller Lautstärke angefeuert. Wahre Helden stehen eben zu ihrer Mannschaft – auswärts wie zu Hause. Aber wer sind eigentlich die begeisterten Unterstützer?

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Die brasilianischen Schwestern Camila, Bárbara und Deborah (v.l.) waren zum Derby live dabei, um die Delitzscher Jungs lautstark anzufeuern.

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Als wertvollster Spieler am Samstag ausgezeichnet: Zuspieler Felipe Pardini-Glaser mit der Nr. 10.

Von Trommeln, Rufen, Fangesängen: Nordsachsen mit brasilianischem Temperament

GSVE-Delitzsch-Zuspieler Felipe Pardini-Glaser hatte am Spielabend in Leipzig besondere Unterstützung am Start: Vier brasilianische Schwestern aus Belo Horizonte. Seine Freundin Bárbara mit Zwillingsschwester Camila, Alléxia und Déborah ließen sich das Match nicht entgehen und waren live dabei. Die Mädels, die derzeit in Deutschland Urlaub machen, feuerten ihren Lieblingsspieler mit der Nummer 10 laut und ausdauernd bis zur letzten Minute an.

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Alle für einen: Kerstin, René und Lutz Winkler aus Bad Düben auf der Zuschauerbank.

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Felix Winkler, 26, Volleyballer aus Passion.

Und auch sein Vater Mathias Glaser gab das Beste an der Trommel. In den kurzen Spielpausen erzählte der stolze 53-Jährige, wie sich sein Sprössling in Brasilien vom Volleyball inspirieren ließ, später in Bayern spielte und seit fünf Jahren den Delitzscher Verein tatkräftig unterstützt. Mittlerweile wohnt und studiert der junge Halbbrasilianer in Leipzig. Während sich Jura-Student Felipe seit drei Jahren mit Paragrafen beschäftigt, möchte Freundin Bárbara nach bestandenem Deutsch-Diplom noch Maschinenbau-Ingenieurwesen in der Messestadt studieren. Nach dem sportlichen Lokalderby ging es für die Fans vom Zuckerhut aber erst einmal noch in die Leipziger Szene-Gastronomie, um ein Lokal-Derby der gastronomischen Art zu feiern. Sicherlich mit dem ein oder anderen Ur-Krostitzer.

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Knapp 800 Zuschauer haben am 25. Februar 2017 die „Brüderhölle“ zum Brennen gebracht.

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Trommeln für den Sieg (Vorn: Steffen vom Delitzscher Betreuerteam, Mitte: Mathias Glaser, der Vater von Felipe).

Auswärtsspiel? Familiensache!

Auch Spieler Felix Winkler konnte auf Unterstützung der familiären Art zählen. Hochkonzentriert verfolgte Mama Kerstin Winkler mit Ehemann Lutz, Sohn René und Michele, der Schwiegertochter in spe, das Leipziger Lokalderby, fieberte von Anfang bis Ende mit, kommentierte Schiedsrichter-Entscheidungen und feierte lautstark die gewonnenen Punkte des Delitzscher Teams. Die Oberschullehrerin aus Bad Düben hatte mit ihrer Kamera aber hauptsächlich Sohn Felix mit der Nummer 1 im Fokus, der als Libero für die Abwehr beim GSVE zuständig ist. „Das erste Spielzeug meiner Söhne war ein Ball“, erinnert sich die 51-Jährige. In der Kindheit diente den Knirpsen der elterliche Flur als Turnhalle, mit sieben Jahren baggerte Felix in der Volleyball-Schulsport-AG, mit zehn kickte er auf dem Fußballplatz. Mit 14 schien alles vorbei – statt mit dem Ball musste der Schüler mit Kreuzbandriss und kaputtem Meniskus kämpfen.

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Das 19. Lokalderby endete mit einem knappen Erfolg des GSVE.

Aber Wahre Helden bleiben am Ball. „Denn ohne Sport geht bei Felix nichts“, so Mutter Kerstin, die in der Freizeit ins Fitness-Studio geht, Fahrrad fährt oder sich beim Gesundheitskurs mit Aroha (ein Body-Programm in Anlehnung an einen alten Tanz der Maoris aus Neuseeland) fit hält. Nachdem ihr Sohn wieder genesen war, begann er, sich erneut für Volleyball zu interessieren. Mit Erfolg: In der Saison 2015/16 spielte der gelernte Bankkaufmann noch in der zweiten Delitzscher Männermannschaft, seit dieser Saison ist er ganz oben in der „Ersten“ angekommen. Und auch davon erzählen die Eltern Kerstin und Lutz, ein ehemaliger aktiver Volleyballer in der Bezirksliga, mit stolzer Brust: Seit 14 Tagen geht der Große seinen eigenen Weg. Mit Freundin Michele, einer Handballerin, ist der 26-Jährige in seine erste eigene Wohnung in Delitzsch gezogen. Volleyball – eine echte Familiengeschichte eben…

Prädikat besonders wertvoll: Felipe Pardini-Glaser

Veröffentlicht am: 27.02.2017

Zuspieler Felipe Pardini-Glaser wurde nach einem atemberaubenden Zweitliga-Derby zwischen den L.E. Volleys und dem GSVE Delitzsch zum wertvollsten Spieler (MVP = Most Valuable Player) ausgezeichnet. Der Deutsch-Brasilianer mit dem bayerischen Akzent in Diensten des GSVE freute sich riesig über das mit 3:2 hauchdünn im Tie-Break gewonnene Match gegen die Gastgeber in der Leipziger Brüderstraße. „Wir haben Emotionen gezeigt und die Nerven behalten. Vor allem im vierten und fünften Satz konnten wir uns freispielen, Kampfbälle gewinnen und die entscheidenden Punkte für den Sieg holen“, resümierte der Jura-Student, der am 2. März seinen 24. Geburtstag feiert. Auf den Sieg im insgesamt 19. Duell gegen die Messestädter feierte die GSVE-Truppe noch bis zum Sonntagmorgen.

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T.T.

Trainer Hans-Jürgen Maune: Volleyball-Weltstar aus Delitzsch

Veröffentlicht am: 19.10.2016

Sein Name hat im Volleyball-Sport noch immer einen ganz besonders Klang. Hans-Jürgen Maune ist mehrmaliger DDR-Meister, Weltcup-Sieger 1969, Weltmeister 1970 und Olympiazweiter der Sommerspiele 1972 in München. Auch Jahrzehnte nach seinen Glanzzeiten beim SC Leipzig und in der Nationalmannschaft bekommt der 69-Jährige Fanpost aus Nah und Fern. Seit zehn Jahren ist der gebürtige Meißner „Hansi“ nun schon Co-Trainer beim Zweitligisten GSVE Delitzsch.

„Volleyball, das ist mein Leben“

Der 1,91 Meter große Hüne ist gelernter Elektromonteur, studierter Maschinenbauer und hat im Fernstudium auch ein Sportstudium absolviert. Nach der Wende unterrichtete er als Lehrer am Leibniz-Gymnasium in der Messestadt. Als Hansi in Rente ging, kam ein Hilferuf aus Delitzsch von GSVE-Manager Günter Schweitzer – ein Weggefährte aus glorreichen Zeiten als Aktiver. Auch Cheftrainer Frank Pietzonka  ist für Hansi kein Unbekannter. Seit 40 Jahren kennen sich die beiden gut, vertrauen sich blind. Ende der 1980er Jahre saß Maune in Leipzig auf der Trainerbank und Pietzonka spielte im Team des Sportclubs Leipzig. Heute ist der eine Cheftrainer, der andere sein Co(-mpagnon). „Volleyball ist seit zwölf bis 15 Jahren in Delitzsch etabliert, federführend sind Pietzonka und Quasdorf aus Leipzig zu nennen“, sagt Maune. Auch die Ehefrauen der Volleyball-Enthusiasten sind involviert – als Zuschauer unterstützen sie die Mannschaft zu jedem Spiel und kümmern sich um die Verpflegung der Gäste vor Ort.

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Hans-Jürgen Maune und sein Team vom GSVE Delitzsch – eine gute Mischung. (Foto: Emil Timm)

Leistung ist gefragt

Gute Spieler in die nordsächsische Kleinstadt zu locken, wird immer schwerer. Die 30 Kilometer entfernte Pleißestadt ist für junge Leute eindeutig attraktiver und hat die besseren Möglichkeiten. „In diesem Jahr in der Klasse mitzuspielen und das erreichte Niveau zu halten, wird schwer“, so der Co-Trainer mit Blick zur laufenden Saison. Der Spaß am Spiel müsse im Vordergrund stehen, heutzutage kann man von Volleyball in der zweiten Liga schließlich nicht leben. Maune schüttelt den Kopf, wenn er daran denkt, dass junge Spieler, bevor sie überhaupt Leistungen erbracht haben, nach dem Geld fragen. So läuft das hier nicht – beim Gymnasialen Sportverein Ehrenberg Delitzsch e.V. (GSVE)  gibt es keine Gelder für Hauptamtliche, es wird nur das ausgegeben, was in der Kasse ist, betont er. „Verschuldung kommt für uns nicht in Frage“, so Hansi. Angewiesen sei man auf jeden Sponsor, ob klein oder groß. Drei Mal wöchentlich fährt der im Leipziger Stadtteil Paunsdorf beheimatete zweifache Familienvater und Großvater zum Training nach Delitzsch, am Wochenende geht es zu den Spielen quer durchs Land.

Stammtisch der Alten

Aller drei Monate trifft sich Hansi mit ehemaligen Volleyballern im Gasthaus zum Bayerischen Bahnhof in Leipzig. Manche kommen sogar aus Berlin und Schwerin zum „Stammtisch der Alten“ angereist.  Die jung gebliebenen ehemaligen Sportlerkollegen Rainer Tscharke, Walter Toussaint, Eckehard Pietzsch oder Manfred Heine quatschen, trinken leckere Gose mit einem Schuss Himbeersirup und schwelgen in Erinnerungen, berichtet der Leipziger im Interview.

Aussichten

Trotz stundenlanger Busfahrten zu den Auswärtsspielen nach Freiburg oder Friedrichshafen, die der fast 70-Jährige nicht mehr so leicht wegsteckt, brennt Hansi für den Volleyball in Delitzsch. Und das trotz gesundheitlicher Probleme. Seine Schulter musste im Vorjahr operiert werden, beide Knie und der Rücken schmerzen. Folgen des jahrelangen knallharten Leistungssports. Die Frage des Weitermachens am Rande des geliebten Spielfeldes stellt er sich jedes Jahr neu – seit Jahren fällt die Entscheidung pro GSVE aus. „Nur“ Daumendrücken ist (noch) nichts für Hansi: „Ich habe Spaß am Volleyball, das ist mein Leben.“

T. T.

Der GSVE Delitzsch sorgt für Furore

Veröffentlicht am: 19.10.2016

Im September 1995 wurde der Gymnasiale Sportverein Ehrenberg (GSVE) Delitzsch gegründet, elf Jahre später war der Verein in der höchsten Spielklasse angelangt: Als Tabellenzweiter der 2. Bundesliga schaffte die erste Männermannschaft im Jahr 2006 den Sprung in die 1. Bundesliga – stieg allerdings postwendend wieder ab. Seit 2007 schmettern die Nordsachsen deshalb (wie schon vorher seit 2003) in der zweithöchsten Spielklasse. Und das überaus respektabel. Nach Rang eins in der Saison 2011/12 lehnte der GSVE den sportlich geschafften Aufstieg allerdings aus wirtschaftlichen Gründen ab.

Fusion mit Aussicht

Der noch junge Volleyball-Standort Delitzsch profitiert von der Nähe zur traditionellen Hochburg Leipzig. Entscheidende „Macher“ beim GSVE waren und sind schließlich einstige Topleute der Messestadt. Auch am Aufstieg in die höchste Spielklasse hatte der „Nachbar“ eine wesentliche Aktie: Durch die Fusion von Leipzig mit dem VC Markranstädt wurde im Oberhaus ein Platz frei. Dort gelangen dann gegen den TV Rottenburg, Bayer Wuppertal und den VC Olympia Berlin Heimsiege – zum Klassenerhalt reichte das freilich nicht.  Leipzig schied in der Saison im Playoff-Viertelfinale gegen den späteren Meister und Champions-League-Gewinner VfB Friedrichshafen aus.

Los ging es für Delitzsch in der Gründungs-Saison 1995/96 übrigens mit einem elften Platz in der Bezirksklasse. Da war an große Gegnerschaft wie VfB Friedrichshafen, Moerser SC oder SCC Berlin noch nicht zu denken.

T. T.