DESSAU-ROßLAUER
HANDBALLVEREIN 06

NAME:DRHV 06
SPORTART:Handball
GEGRÜNDET:1898 (als Dessauer SV)
WEBSITE:www.dessau-rosslauer-hv.de
STORY:Geballte Kraft aus Dessau-Roßlau: Mit frühen Wurzeln beim ZAB Dessau sind the beavers jetzt in der 2. Liga vertreten.

Trainer, Macher und Familienmensch – Uwe Jungandreas lebt den Handball

Veröffentlicht am: 10.10.2016

Zum Kaffeetrinken kommt Trainerlegende Uwe Jungandreas regelmäßig nach Leipzig. Im Cafè Krüger am Eutritzscher Markt trifft er sich beispielsweise mit seinem ehemaligen Kollegen und Mannschaftsbetreuer Klaus Loch vom SC DHfK Leipzig, um über die Arbeit zu plaudern und berufliche Dinge zu reflektieren. Seinen Vertrag beim Dessau-Roßlauer Handballverein 06 hat der 54-Jährige, der den Drittligisten zurück in die 2. Bundesliga katapultierte, vor kurzem bis 2019 verlängert.

Aller Anfang…

Auf dem Papier sei er Trainer, lächelt der gebürtige Altenburger mit einer Tasse Kaffee in der Hand. Viele Dinge habe er allerdings angeschoben, nachdem er im November 2014 in die Bauhaus-Stadt verpflichtet wurde. Um Erfolge einfahren zu können, muss das Umfeld bereitet werden, erklärt Jungandreas. „Natürlich habe ich mich vorher über den Ist-Zustand informiert und genau hingeschaut, wo die Säge klemmt. Wirtschaftlich war der Verein damals in einer misslichen Lage, mittlerweile ist der DRHV 06 schuldenfrei und mit der neuen Geschäftsführung weht ein frischer Wind“, berichtet der Handballtrainer. Dass er das erste Mal ohne Co-Trainer, Athletik- und Torwarttrainer auskommen muss, ist allerdings eine ganz neue Situation für ihn. Ein täglicher Austausch nach dem Training ist lediglich mit dem Mannschaftskapitän und in bestimmten Situationen mit dem Mannschaftsrat möglich, bedauert Jungandreas.

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Mal im Handballfieber, mal entspannt: Trainer Uwe Jungandreas weiß seine Jungs zu motivieren.

Sport mit Spaß und Verantwortung

„Seitdem wir in Liga zwei mit 20 Teams spielen, fahren wir oft Doppeleinsätze am Wochenende, sind freitags und sonntags auf Achse. Alles ist eng geplant und manchmal gibt es für mich aufgrund von Vor- und Nachbereitung sowie Videoanalyse keine freien Tage“, so der Trainer. Familienmensch sei er dennoch, sein dreijähriges Enkelkind sieht er so oft wie möglich. Im letzten Urlaub hat der ehemalige Handballer und zweifache Vater wieder seine Wanderschuhe angezogen, um mit seiner Ehefrau die Südtiroler Berge zu erklimmen. Das gemeinsame Zuhause befindet sich im 200-Seelen-Dörfchen Sausedlitz bei Delitzsch – in Delitzsch ist Sohnemann Jan Jungandreas der Kapitän beim Oberliga-Aufsteiger NHV Concordia.

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Die Stationen als Coach sind bemerkenswert. Der 1. SV Concordia Delitzsch, den er von 1997 bis 2010 trainierte, stieg im Jahr 2005 unter seiner Führung in die Handball-Bundesliga auf. Die Jungs vom SC DHfK Leipzig betreute er bis zur Beurlaubung im Mai 2013 in der zweiten Bundesliga  – dorthin war er mit ihnen 2011 aufgestiegen. Nur wenige Monate später nach dem Aus in Leipzig unterschrieb Jungandreas beim Bundesligisten SC Magdeburg, durfte den ostdeutschen Vorzeige-Klub bis zum Saisonende 2014 führen. Dann führte ihn der Weg nach Dessau.
Die Ziele für die laufende Saison sind abgesteckt: Mit seinen Jungs vom DRHV 06 ist der Motivator momentan im Soll. „Es geht um den Klassenerhalt in der zweiten Liga. Die Mannschaft ist sehr jung und außerdem haben wir sieben neue Spieler auf dem Platz. Da muss sich eingespielt und sicher auch Lehrgeld gezahlt werden“, so der Macher. Der Saisonstart ist mit 5:5 Punkten auf jeden Fall gelungen – zumal das prestigträchtige Ostderby gegen den HC Empor Rostock in der heimischen Anhalt-Arena mit 26:25 gewonnen wurde.

Handball-Hochburg Dessau: Zurück in der Bundesliga

Veröffentlicht am: 02.10.2016

Die Handball-Hochburg Dessau ist zurück auf der Landkarte. Der Traditionsverein aus Sachsen-Anhalt spielt nach Rang eins in der 3. Liga (Staffel Nord) in dieser Saison endlich wieder in der Zweiten Bundesliga. Besonders die alten Ost-Duelle gegen Eisenach, Rostock und Aue stehen jetzt im Fokus.

Schon immer echte Handarbeit

Unter dem Namen BSG ZAB (Zementanlagenbau) spielte Dessau seit den sechziger Jahren in der DDR-Oberliga oder DDR-Liga. In der letzten Oberliga-Saison 1990/91 wurde das Team aus Sachsen-Anhalt Achter. Höhepunkt war zweifellos die dann folgende einzige Bundesliga-Saison. 1991/92 stieg der Dessauer SV ZAB als Zwölfter (12:40 Punkte) aus der Erstliga-Süd-Staffel allerdings direkt ab.

Wahre Helden haben Ziele

Finanzielle Probleme führten 1996 zur Neugründung als Dessauer Handballverein von 1996. Nach der Zusammenlegung der Städte Dessau und Roßlau fusionierten der Dessauer HV und der TV Roßlau zum Dessau-Roßlauer HV von 2006. 2011 stieg der Verein nach 19 Jahren in der zweithöchsten Spielklasse ab – das entscheidende Relegationsmatch ging beim damaligen Drittligisten SC DHfK Leipzig unter Trainer Uwe Jungandreas mit 25:32 verloren. Das sollte Ansporn für noch mehr Leistung sein: Denn jetzt ging es unter Jungandreas nun auch wieder zurück nach oben!

Erfolgreiche Saison mit Aussicht

Veröffentlicht am: 03.05.2016

Trainer Uwe Jungandreas und sein Team haben es geschafft: Der Aufstieg in die zweite Liga ist perfekt. Eine Chance und Herausforderung – denn die zweite Liga bedeutet mit 20 teils sehr gut finanzierte Mannschaften auch 38 Spiele – mit teilweise weiter Anreise. Aber die Dessauer sind gut in Form, das hat die letzte Saison bewiesen. Und der Teamgeist stimmt. Auf der Pressekonferenz lobte der Trainer Kapitän Robert Luxer: „Was Luxer in dieser Saison geleistet hat, das ist einfach sensationell.“

Wahre Helden sagen Danke!

In der kommenden Saison wird er allerdings nicht dabei sein. Robert Luxer wird zusammen mit Marco Hüls, Chris Alisch, Lukas Krug und Federico Sincich den Verein verlassen. Zum Abschied gab es für jeden noch einen Kasten Ur-Krostitzer. Ein Hoch auf den gelungenen Aufstieg und die kommende Saison!

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