500 Jahre deutsches Reinheitsgebot, 482 Jahre Krostitzer Brauerei, 13 Jahre Jahresring: Eine Reihe von Erfolgsgeschichten, die für sich selbst sprechen. Und mit der Verleihung des Ur-Krostitzer Jahresrings 2016 jetzt fortgeschrieben wurden.

Zukunft braucht Herkunft

Am Anfang steht allerdings auch immer die Frage, woher eigentlich das Engagement für eine Auslobung eines mitteldeutschen Historikerpreises kommt. Wie passen Ur-Krostitzer, Sport, Events und ausgerechnet Hobby-Historie zueinander? Ganz einfach. “Die eigene Geschichte ist wichtig. Wer die Zukunft gestalten möchte, braucht die Kenntnisse von und aus der Tradition”, so Wolfgang Welter, Ur-Krostitzer Brauereichef. “Dabei merken wir jedes Jahr wieder, mit welchem Enthusiasmus sich die Menschen in Mitteldeutschland mit ihrer Geschichte auseinandersetzen.” In diesem Jahr wurden erneut ganze 80 Arbeiten eingereicht. Wer die Vergangenheit kennt, lernt also auch für die Zukunft.

Der eine Ring

Der diesjährige Gesamtsieger, Dr. agr. Leopold Kühnberg, überzeugte die Jury mit seiner Chronik “Unser Hollsteitz”. Prof. Dr. Manfred Straube, Wirtschaftshistoriker und Juryvorsitzender, lobte dabei besonders “die umfassende und persönliche Darstellung der Lebensverhältnisse einer kleinen Dorfgemeinschaft – mit einem gewissen Anspruch auf Allgemeingültigkeit.”

Preisverleihung 13. Ur-Krostitzer Jahresring am 15.12.2016 in Leipzig (Sachsen). IM BILD:

jahresring2016

Sonderpreise im Jubiläumsjahr

Als Sieger zum Sonderpreis “500 Jahre deutsches Reinheitsgebot” wurde Martin Herda gekürt. Der Sammler konnte mit seiner Arbeit “Die Bierstadt Görlitz – über den Kampf um das Brauprivileg bis zur Entstehung der Görlitzer Brauereien” ein umfassendes Bild zur Brauereigeschichte Görlitz liefern. Ein echtes Stück Kulturgeschichte sozusagen.

DCIM100GOPROGOPR1627.

2016-12-15-12-14-47

Und auch die Jugend leistete ihren Beitrag: Max Wilheln aus Döbeln konnte dabei mit seiner Schrift “Genealogie – Darstellung der Forschungsergebnisse am Beispiel meiner Familie vor dem Hintergrund der landwirtschaftlichen Entwicklung von 1900 bis 1989” überzeugen. Der Schüler verbindet darin Persönliches mit Geschichte, was ihm von der Jury und besonders auch Maik Reichel, dem Direktor der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt, großes Lob einbrachte. Jugend forscht sozusagen.

Preisverleihung 13. Ur-Krostitzer Jahresring am 15.12.2016 in Leipzig (Sachsen). IM BILD: Alle Preisträger 2016

Die Gewinner der einzelnen Kategorien im Überblick:

  • Gesamtsieger: Dr. agr. Leopold Kühnberg, Kretzschau OT Hollsteitz (Burgenlandkreis), „Unser Hollsteitz“
  • Siegerin der Kategorie Stadt- und Ortsgeschichte: Judy Slivi, Gotha, „Gotha 1918 bis 1933. Stadt der Gegensätze“
  • Sieger der Kategorie Biografie: Hans-Dietrich Haemmerlein, Waldhufen OT Thiemendorf (LK Görlitz), „Alfred Brehm: Biografie in Zeit- und Selbstzeugnissen“
  • Sieger der Kategorie Erinnerungskultur: Dr. agr. habil. Dietmar Brendler und weitere Autoren, Leipzig, „Wo in Deutschland die Sonne zuerst aufgeht“
  • Siegerin der Kategorie Lebensgeschichte: Elfriede Schütz, Kassel (gebürtige Dresdnerin), „Erinnerungen aus meinem Leben – wie es bei uns war“
  • Besondere Leistung im Bereich Ortsnamensverzeichnisse: Jürgen K. Fischer, Elsteraue (Burgenlandkreis), „Mittelalter Mitteldeutschland – Ereignisse und Ortsnamen“
  • Sieger des Sonderpreises zum Jubiläum „500 Jahre Reinheitsgebot“: Martin Herda, Görlitz, „Die Bierstadt Görlitz – über den Kampf um das Brauprivileg bis zur Entstehung der Görlitzer Brauereien“
  • Jugendsonderpreis: Max Wilhelm, Döbeln, „Genealogie – Darstellung der Forschungsergebnisse am Beispiel meiner Familie vor dem Hintergrund der landwirtschaftlichen Entwicklung von 1900 bis 1989“

Hintergrundinformation zum Ur-Krostitzer Jahresring

Der  Ur-Krostitzer Jahresring als mitteldeutscher Historikerpreis wurde 2004 zum 470-jährigen Jubiläum der Krostitzer Brauerei initiiert. „Zukunft braucht Herkunft“ – unter diesem Motto sind seit zwölf Jahren interessierte Geschichtsforscher jenseits der Profession aufgerufen, ihre Arbeiten im Wettbewerb um den Ring des Schwedenkönigs Gustav II. Adolf einzureichen.

„Gesucht werden Ausarbeitungen, die sich geografisch auf Sachsen, Sachsen-Anhalt oder Thüringen beziehen. Da sich unsere Marke ausweitet, haben wir vor zwei Jahren den Ur-Krostitzer Jahresring auf weitere Gebiete wie Brandenburg oder die Lausitz ausgedehnt. Welches Thema letztendlich behandelt wird, ist dem Autor überlassen.“, erklärt Brauereichef Wolfgang Welter. „Die bisher eingereichten Arbeiten sind häufig beeindruckende Beispiele von uneigennützigem Engagement für fast vergessene Ereignisse, für Vereine, kulturelle Schätze oder architektonisch wertvolle Gebäude. Die Freizeithistoriker arbeiten meist unbeachtet von der Öffentlichkeit und ohne finanzielle Unterstützung akribisch die Geschichte Mitteldeutschlands auf. Unser Anliegen ist es, ihnen eine würdige Bühne zu bieten und die verdiente Anerkennung zu verschaffen.“

Bewertet werden die Arbeiten von einer fachkundigen Jury, der neben Wolfgang Welter auch Maik Reichel, Direktor der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt und zuvor Museumsdirektor von Schloss Lützen, angehört. Den Juryvorsitz hat von Beginn an Professor Dr. Manfred Straube inne. Bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 1995 war er unter anderem als Professor im Fachbereich Geschichte der Universität Leipzig tätig.

Wir nehmen Sie und Ihre persönlichen Rechte ernst. Deswegen ist uns der Schutz Ihrer Daten sehr wichtig!

Auf dieser Website werden sogenannte Cookies gespeichert. Cookies sind kleine Textdateien, die auf Ihrem Endgerät abgelegt werden. Aber keine Angst! Cookies richten keinen Schaden an und enthalten auch keine Viren. Sie dienen lediglich dazu, Inhalte zu personalisieren, Funktionen bereitzustellen und den Datenverkehr zu analysieren. Einen Teil der dadurch gewonnen Informationen teilen wir mit unseren Social-Media-, Werbe- und Analytikpartnern. Dabei ist es für uns selbstverständlich, dass dieses immer im gesetzlich vorgegebenen Rahmen geschieht.
Sind Sie mit der Nutzung von Cookies einverstanden?

Einverstanden!
Nein, ich bin nicht einverstanden